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Kann Sport helfen, Stress besser zu verarbeiten?

Universitätsklinikum Bonn sucht Studienteilnehmende mit emotionaler Instabilität

Bonn, 9. Januar 2026 – Starke Gefühlsschwankungen, eine erhöhte innere Anspannung und ein intensives Stresserleben gehören für viele Menschen mit emotionaler Instabilität zum Alltag, zum Beispiel im Rahmen einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. Gleichzeitig legen wissenschaftliche Befunde nahe, dass körperliche Aktivität positive Effekte auf Stressverarbeitung und kognitive Leistungsfähigkeit haben kann. Um diese Zusammenhänge genauer zu untersuchen, sucht die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Bonn (UKB) gemeinsam mit der Universität Bonn aktuell Studienteilnehmende für eine wissenschaftliche Untersuchung zu Sport, Stress und kognitiver Leistungsfähigkeit.

Stress fühlt sich nicht für alle Menschen gleich an. Personen mit emotionaler Instabilität erleben ihn häufig intensiver – mit spürbaren Auswirkungen auf Konzentration, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden. Genau hier setzt die Studie an. „Wir möchten besser verstehen, wie Bewegung die Stressverarbeitung und kognitive Prozesse beeinflusst – gerade bei emotionaler Instabilität gibt es dazu bislang nur wenige systematische Daten“, erklärt Julischka Borchert vom Studienteam.

Gesucht werden Studienteilnehmende im Alter zwischen 18 und 60 Jahren mit emotionaler Instabilität, zum Beispiel im Rahmen einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. Voraussetzung für die Teilnahme sind eine normale oder korrigierte Sehfähigkeit sowie ausreichende Deutschkenntnisse auf mindestens B2-Niveau.

Nicht teilnehmen können Personen mit neurologischen Erkrankungen (z. B. Epilepsie, Multiple Sklerose oder Morbus Parkinson), mit schwerwiegenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen, während einer Schwangerschaft, bei übermäßigem Alkohol- oder Drogenkonsum oder bei Vorliegen einer akuten Psychose.

Die Studienteilnahme umfasst insgesamt drei Termine mit einem Zeitaufwand von jeweils etwa drei bis vier Stunden. Beim ersten Termin werden eine Leistungsdiagnostik auf dem Fahrradergometer sowie ein klinisch-strukturiertes Interview durchgeführt. An den beiden weiteren Terminen fahren die Studienteilnehmenden entweder auf einem Ergometer Fahrrad oder schauen einen Film. Ergänzend werden Speichel- und Blutproben entnommen, ein standardisierter Stresstest sowie eine kognitive Aufgabe durchgeführt und mehrere Fragebögen ausgefüllt.

Mit ihrer Teilnahme leisten die Studienteilnehmenden einen wichtigen Beitrag zur psychiatrischen Forschung und zum besseren Verständnis nicht-medikamentöser Behandlungsansätze bei emotionaler Instabilität. Teilnehmende erhalten eine Kostenaufwandsentschädigung von 10 Euro pro Stunde, eine kostenlose Leistungsdiagnostik zur Einschätzung der allgemeinen Fitness sowie auf Wunsch Informationen zu den Studienergebnissen.

Weitere Informationen zur Studie und zur Anmeldung finden Interessierte hier: https://www.ukbonn.de/psychiatrie-und-psychotherapie/forschung/klinische-studien/sport-stress/

Wissenschaftlicher Kontakt:
Julischka Borchert
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
AG Sport und Neurokognition
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des UKB
Telefon: 0228 287-16198
E-Mail: Julischka.Borchert@ukbonn.de  

Bildmaterial:

Bildunterschrift: Die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des UKB untersucht in einer Studie, wie sich körperliche Aktivität auf Stress bei emotionaler Instabilität auswirkt, und sucht dafür Studienteilnehmende.

Bildnachweis: Universitätsklinikum Bonn (UKB)

Pressekontakt:
Jana Schäfer
Stellvertretende Pressesprecherin am Universitätsklinikum Bonn (UKB)
Stabsstelle Kommunikation und Medien am Universitätsklinikum Bonn
Telefon: (+49) 228 287-19891
E-Mail: jana.schaefer2@ukbonn.de

Zum Universitätsklinikum Bonn: Als eines der leistungsstärksten Universitätsklinika Deutschlands verbindet das UKB Höchstleistungen in Medizin und Forschung mit exzellenter Lehre. Jährlich werden am UKB über eine halbe Million Patienten ambulant und stationär versorgt. Hier studieren rund 3.500 Menschen Medizin und Zahnmedizin, zudem werden jährlich über 600 Personen in Gesundheitsberufen ausgebildet. Mit rund 9.900 Beschäftigten ist das UKB der drittgrößte Arbeitgeber in der Region Bonn/Rhein-Sieg. In der Focus-Klinikliste belegt das UKB Platz 1 unter den Universitätsklinika in NRW und weist unter den Universitätsklinika bundesweit den zweithöchsten Case-Mix-Index (Fallschweregrad) auf. 2024 konnte das UKB knapp 100 Mio. € an Drittmitteln für Forschung, Entwicklung und Lehre einwerben. Das F.A.Z.-Institut zeichnete das UKB im vierten Jahr in Folge als „Deutschlands Ausbildungs-Champion“ und „Deutschlands begehrtesten Arbeitgeber“ aus. Aktuelle Zahlen finden Sie im Geschäftsbericht unter: geschaeftsbericht.ukbonn.de

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