Gürtelrose: Warum die Impfung besonders wichtig ist
Bonn, 23. Januar 2026 – Gürtelrose, medizinisch Herpes zoster, ist eine weit verbreitete Erkrankung, die vor allem ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem betrifft. Ausgelöst wird sie durch das Varizella-Zoster-Virus, das nach einer Windpockeninfektion lebenslang im Körper verbleibt und Jahrzehnte später reaktiviert werden kann. Typische Anzeichen sind brennende Schmerzen sowie ein meist halbseitiger, gürtelförmiger Hautausschlag mit Bläschen. Besonders belastend kann die postherpetische Neuralgie sein – lang anhaltende Nervenschmerzen, die Monate bis Jahre andauern können. „Eine Impfung kann einen wirksamen Schutz davor bieten“, sagt Dr. Franziska Peters, Dermatologin am Universitätsklinikum Bonn (UKB).
Die Impfung gegen Gürtelrose wird empfohlen, weil sie das Erkrankungsrisiko deutlich senkt und vor schweren Verläufen sowie langfristigen Beschwerden schützt. Auch wenn die Erkrankung trotz Impfung auftreten kann, verläuft sie meist wesentlich milder. „Besonders profitieren ältere Menschen ab 60 Jahren und Personen mit geschwächtem Immunsystem, etwa aufgrund chronischer Erkrankungen, Immunsuppression oder nach Transplantationen“, so Dr. Peters.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt den Totimpfstoff Shingrix regulär ab 60 Jahren sowie für Risikogruppen ab 18 Jahren. Das Risiko einer Virusreaktivierung nimmt mit dem Alter deutlich zu; bei Immunschwäche besteht ebenfalls eine erhöhte Anfälligkeit. Die Wirksamkeit der Impfung liegt bei etwa 90 Prozent, der Schutz hält laut Studien mindestens zehn Jahre an. Derzeit wird die Impfung für über 60-Jährige und Risikogruppen ab 50 Jahren als Kassenleistung übernommen. Die Ausdehnung der Kostenübernahme für Risikogruppen ab 18 Jahren wird zeitnah erwartet.
Die Impfung erfolgt in zwei Dosen, die im Abstand von zwei bis sechs Monaten verabreicht werden. Bei erhöhtem Risiko, etwa vor einer immunsuppressiven Behandlung, kann die zweite Dosis schon nach ein bis zwei Monaten erfolgen. Nebenwirkungen sind meist mild und vorübergehend. Dazu zählen Schmerzen oder Rötungen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopf- oder Muskelschmerzen sowie gelegentlich Fieber. Sehr selten wurde ein geringfügig erhöhtes Risiko für ein Guillain-Barré-Syndrom beobachtet – allerdings ist dieses Risiko bei einer echten Gürtelrose deutlich höher.
Nicht geimpft werden sollten Personen mit bekannten Allergien gegen Bestandteile des Impfstoffs oder nach allergischen Reaktionen auf eine vorausgegangene Dosis. Bei schweren akuten Erkrankungen sollte die Impfung verschoben werden. Für Schwangere liegen keine ausreichenden Daten vor; eine Anwendung wird daher nicht empfohlen.
Dr. Peters rät zudem: „Auch wer bereits eine Gürtelrose hatte, sollte sich impfen lassen. Eine durchgemachte Erkrankung schützt nicht vor einem erneuten Ausbruch – im Gegenteil, das Risiko für ein Rezidiv ist erhöht.“ Die Impfung wird daher sechs bis zwölf Monate nach einer überstandenen Gürtelrose empfohlen.
Unbehandelt kann eine Gürtelrose schwerwiegende Folgen haben. Neben anhaltenden Nervenschmerzen zählen dazu auch Komplikationen im Bereich der Augen oder Ohren, neurologische Beteiligungen und bei immungeschwächten Menschen sogar potenziell lebensbedrohliche disseminierte Verläufe. Die Impfung bietet einen zuverlässigen Schutz vor diesen Komplikationen und gilt als zentrale präventive Maßnahme, um Gesundheitsrisiken im Alter und bei Immunschwäche zu reduzieren.
Die Botschaft ist klar: Gürtelrose ist keine harmlose Erkrankung. Wer das empfohlene Alter erreicht oder zu einer Risikogruppe gehört, sollte sich frühzeitig über die Impfung informieren und beraten lassen.
Bildmaterial:
Bildunterschrift: Akute Gürtelrose (Herpes zoster) mit gruppierten, geröteten Hautveränderungen im typischen einseitigen, gürtelförmigen Verlauf am Rücken.
Bildnachweis: Universitätsklinikum Bonn / Sebastian Tews und Dr. Norbert Hum
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