Prof. Hemmen Sabir, Co-Direktor der Neonatologie und Pädiatrischen Intensivmedizin, Prof. Alexander Radbruch; Spender Michael Dietze mit seiner Tochter; Direktor der Klinik für Neuroradiologie; Prof. Andreas Müller, Co-Direktor der Neonatologie und Pädiatrischen Intensivmedizin
VERFASST VONUKB NewsRoom

Weniger Angst, mehr Nähe: Mobiles MRT untersucht Kinder direkt am Krankenbett

Bonn, 15. Juli 2026 – Wenn ein Kind ein MRT benötigt, bedeutet das für viele Familien zunächst Stress. Gerade schwer kranke Neugeborene oder Kinder auf der Intensivstation müssen dafür häufig aufwendig transportiert werden – oft mit zahlreichen medizinischen Geräten und unter engmaschiger Überwachung. Am Universitätsklinikum Bonn (UKB) geht das jetzt deutlich schonender: Mit einem mobilen Low-Field-MRT können viele Untersuchungen direkt am Krankenbett durchgeführt werden.

Das UKB zählt weltweit zu den Vorreitern bei der Anwendung dieser innovativen Technologie. Bereits seit 2022 wird das mobile MRT im Rahmen eines internationalen Forschungsprojekts eingesetzt. Nach nahezu 600 erfolgreichen Untersuchungen – insbesondere bei Früh- und Neugeborenen – steht nun ein CE-zertifiziertes Gerät dauerhaft für die klinische Versorgung zur Verfügung.

„Unser Ziel ist es, Diagnostik so sicher und so wenig belastend wie möglich zu gestalten – gerade für unsere kleinsten Patientinnen und Patienten“, sagt Prof. Hemmen Sabir, Co-Direktor der Neonatologie und Pädiatrischen Intensivmedizin am UKB. „Mit dem mobilen MRT bringen wir die Bildgebung zum Kind – und nicht das Kind zur Bildgebung.“

Diagnostik ohne unnötigen Stress

Viele Kinder müssen für die Untersuchung ihre vertraute Umgebung auf der Station nicht mehr verlassen. Gerade für intensivmedizinisch betreute Patientinnen und Patienten entfällt der aufwendige Transport. Das reduziert Risiken, spart wertvolle Zeit und entlastet Kinder, Eltern und Behandlungsteams.

Auch für ältere Kinder bietet das mobile MRT einen entscheidenden Vorteil: Die Untersuchung wird häufig als deutlich weniger beängstigend erlebt als in einem herkömmlichen MRT. Währenddessen können die Kinder sogar ein Tablet nutzen und beispielsweise einen Film schauen.

Schnelle Antworten auf wichtige Fragen

Das mobile Low-Field-MRT ersetzt kein hochauflösendes klinisches MRT. Für viele Fragestellungen in der Kinder- und Intensivmedizin liefert es jedoch genau die Informationen, die Ärztinnen und Ärzte schnell benötigen. So lässt sich beispielsweise beurteilen, ob sich Blutungen verändert haben, ob sich Hirnwasser gestaut hat oder ob nach einer Operation akuter Handlungsbedarf besteht. Gerade in der Intensivmedizin können diese Informationen entscheidend sein, ohne dass ein belastender Patiententransport erforderlich wird.

Am UKB wird die mobile MRT-Technologie nicht nur klinisch eingesetzt, sondern auch kontinuierlich weiterentwickelt. Gemeinsam mit der Neuroradiologie verbessern die Teams mithilfe moderner Bildverarbeitung und KI-gestützter Algorithmen fortlaufend die Bildqualität und erschließen neue diagnostische Möglichkeiten.

Gemeinschaftliches Engagement ermöglicht Anschaffung

Die Anschaffung des neuen CE-zertifizierten Geräts wurde durch außergewöhnliches Engagement möglich. Den entscheidenden Anstoß gab die Familie eines am UKB behandelten Kindes, die eine großzügige Spende leistete. Ergänzt wurde die Finanzierung durch den Förderverein des UKB, den Verein Kindernotfall Bonn sowie weitere Unterstützung aus der Neuroradiologie.

„Dieses Gerät ist ein hervorragendes Beispiel dafür, was möglich wird, wenn medizinische Spitzenversorgung, Forschung und gesellschaftliches Engagement zusammenkommen“, sagt Prof. Andreas Müller, Co-Direktor der Neonatologie und Pädiatrischen Intensivmedizin am UKB. „Davon profitieren vor allem die Kinder und ihre Familien.“

Bildmaterial

Prof. Hemmen Sabir, Co-Direktor der Neonatologie und Pädiatrischen Intensivmedizin, Prof. Alexander Radbruch; Spender Michael Dietze 
mit seiner Tochter; Direktor der Klinik für Neuroradiologie; Prof. Andreas Müller, Co-Direktor der Neonatologie und Pädiatrischen Intensivmedizin

Bildunterschrift (v. l.): Prof. Hemmen Sabir, Co-Direktor der Neonatologie und Pädiatrischen Intensivmedizin, Prof. Alexander Radbruch; Spender Michael Dietze
mit seiner Tochter; Direktor der Klinik für Neuroradiologie; Prof. Andreas Müller, Co-Direktor der Neonatologie und Pädiatrischen Intensivmedizin

Bildnachweis: Universitätsklinikum Bonn / A. Winkler

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Während der Untersuchung mit einem mobilen MRT können die Kinder ein Tablet nutzen und beispielsweise einen Film schauen.

Bildunterschrift: Während der Untersuchung mit einem mobilen MRT können die Kinder ein Tablet nutzen und beispielsweise einen Film schauen.

Bildnachweis: Universitätsklinikum Bonn / F. Heyder

Pressekontakt:
Daria Siverina
Stellv. Pressesprecherin am Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228 / 287-14416
E-Mail: daria.siverina@ukbonn.de

Zum Universitätsklinikum Bonn: Als eines der leistungsstärksten Universitätsklinika Deutschlands verbindet das UKB Höchstleistungen in Medizin und Forschung mit exzellenter Lehre. Jährlich werden am UKB über eine halbe Million Patienten ambulant und stationär versorgt. Hier studieren rund 3.500 Menschen Medizin und Zahnmedizin, zudem werden jährlich über 600 Personen in Gesundheitsberufen ausgebildet. Mit rund 9.900 Beschäftigten ist das UKB der drittgrößte Arbeitgeber in der Region Bonn/Rhein-Sieg. In der Focus-Klinikliste belegt das UKB Platz 1 unter den Universitätsklinika in NRW und weist unter den Universitätsklinika bundesweit den zweithöchsten Case-Mix-Index (Fallschweregrad) auf. 2024 konnte das UKB knapp 100 Mio. € an Drittmitteln für Forschung, Entwicklung und Lehre einwerben. Das F.A.Z.-Institut zeichnete das UKB im vierten Jahr in Folge als „Deutschlands Ausbildungs-Champion“ und „Deutschlands begehrtesten Arbeitgeber“ aus. Aktuelle Zahlen finden Sie im Geschäftsbericht unter: geschaeftsbericht.ukbonn.de.

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