DDG fördert Forschungsprojekt zur diabetischen Retinopathie am Universitätsklinikum Bonn
Studie von Dr. Katharina Wall untersucht Einfluss karotinoidhaltiger Ernährung auf diabetische Netzhautschäden
Bonn, 18. März 2026 – Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) fördert ein neues Forschungsprojekt zur Früherkennung und Prävention diabetischer Netzhautschäden am Universitätsklinikum Bonn (UKB). Dr. Katharina Wall, Assistenzärztin an der Augenklinik des UKB, erhält für ihr Projekt „Longitudinale Analyse des Einflusses karotinoidhaltiger Ernährung auf die makuläre Pigmentdichte (MPOD) als Progressionsmarker der diabetischen Retinopathie“ eine Projektförderung der DDG. Ziel der Förderung ist es, innovative Forschungsansätze zur Verbesserung der Prävention, Diagnostik und Therapie von Diabetes und seinen Folgeerkrankungen zu unterstützen.
Die diabetische Retinopathie zählt zu den häufigsten mikroangiopathischen Komplikationen des Diabetes mellitus und ist weltweit eine der führenden Ursachen für Sehverlust im erwerbsfähigen Alter. Schätzungen zufolge ist etwa ein Drittel aller Menschen mit Diabetes im Verlauf von Netzhautschäden betroffen.
„Die Förderung ermöglicht uns, den Einfluss von Ernährungsfaktoren auf frühe Veränderungen der Netzhaut systematisch zu untersuchen“, sagt Dr. Katharina Wall von der Augenklinik des UKB. „Unser Ziel ist es, neue Marker zu identifizieren, die eine frühzeitige Einschätzung des Krankheitsverlaufs erlauben und damit langfristig auch präventive Ansätze ermöglichen.“
Das Forschungsprojekt untersucht, inwieweit eine karotinoidreiche Ernährung, insbesondere mit den protektiven Bestandteilen Lutein und Zeaxanthin, die Dichte des makulären Pigments (Macular Pigment Optical Density) beeinflusst. Diese Pigmente wirken als Antioxidantien und schützen die Netzhaut vor oxidativem Stress.
„Die Untersuchung knüpft an aktuelle Erkenntnisse zur Bedeutung des makulären Pigments für die Netzhautgesundheit an“, erläutert Prof. Thomas Ach, Leitender Oberarzt und stellvertretender Direktor der Augenklinik des UKB, der das Projekt betreut. „Gemeinsam mit Dr. Wall führt er zudem die diabetologische Sprechstunde der Augenklinik durch. Die enge Verzahnung von klinischer Versorgung und Forschung bietet hier eine ideale Grundlage, um neue diagnostische Ansätze direkt im Patientenkontext zu evaluieren.“
Im Rahmen einer longitudinalen Untersuchung soll analysiert werden, ob Veränderungen der MPOD als früher Biomarker für das Fortschreiten der diabetischen Retinopathie genutzt werden können. Ein besseres Verständnis dieses Zusammenhangs könnte langfristig neue Präventionsstrategien eröffnen und Ernährung stärker in die ophthalmologische Versorgung von Menschen mit Diabetes integrieren.
„Das Projekt von Dr. Wall fügt sich hervorragend in die Forschungsschwerpunkte unserer Klinik ein“, sagt Prof. Frank G. Holz, Direktor der Augenklinik des UKB. „Die Förderung unterstreicht die Bedeutung translationaler Forschung, die neue wissenschaftliche Erkenntnisse unmittelbar in eine verbesserte Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Netzhauterkrankungen überführen kann.“
Bildmaterial:
Bildunterschrift: Dr. Katharina Wall, Assistenzärztin an der Augenklinik des UKB, erhält für ihr Projekt „Longitudinale Analyse des Einflusses karotinoidhaltiger Ernährung auf die makuläre Pigmentdichte (MPOD) als Progressionsmarker der diabetischen Retinopathie“ eine Projektförderung der DDG.
Bildnachweis: Universitätsklinikum Bonn / A. Winkler
Zum Universitätsklinikum Bonn: Als eines der leistungsstärksten Universitätsklinika Deutschlands verbindet das UKB Höchstleistungen in Medizin und Forschung mit exzellenter Lehre. Jährlich werden am UKB über eine halbe Million Patienten ambulant und stationär versorgt. Hier studieren rund 3.500 Menschen Medizin und Zahnmedizin, zudem werden jährlich über 600 Personen in Gesundheitsberufen ausgebildet. Mit rund 9.900 Beschäftigten ist das UKB der drittgrößte Arbeitgeber in der Region Bonn/Rhein-Sieg. In der Focus-Klinikliste belegt das UKB Platz 1 unter den Universitätsklinika in NRW und weist unter den Universitätsklinika bundesweit den zweithöchsten Case-Mix-Index (Fallschweregrad) auf. 2024 konnte das UKB knapp 100 Mio. € an Drittmitteln für Forschung, Entwicklung und Lehre einwerben. Das F.A.Z.-Institut zeichnete das UKB im vierten Jahr in Folge als „Deutschlands Ausbildungs-Champion“ und „Deutschlands begehrtesten Arbeitgeber“ aus. Aktuelle Zahlen finden Sie im Geschäftsbericht unter: geschaeftsbericht.ukbonn.de.







