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AnatoVisio: CT-Bilder erweitern die anatomische Lehre am Universitätsklinikum Bonn und an der Universität Bonn Vernetztes Lernen im Präparierkurs verbindet Anatomie, Radiologie und Rechtsmedizin

Bonn, 12. März 2026 – Mit dem Lehrprojekt „AnatoVisio“ entwickeln das Universitätsklinikum Bonn (UKB) und die Universität Bonn ihre anatomische Ausbildung gezielt weiter. Ziel ist es, Medizinstudierende bereits im vorklinischen Studienabschnitt systematisch an die Interpretation medizinischer Schnittbildgebung heranzuführen und so die klassische Präparationslehre um eine interdisziplinäre Komponente zu ergänzen.

Die Präparationskurse sind ein Kernbestandteil der anatomischen Ausbildung: Pro Semester arbeiten 450 bis 480 Studierende in Kleingruppen an rund 30 Körperspenden. Bislang basiert die Lehre ausschließlich auf der anatomischen Präparation.

Mit „AnatoVisio“ werden die Präparate künftig durch postmortal angefertigte CT-Scans ergänzt. Die Studierenden können die Schnittbilder direkt im Präpariersaal auf Tablets einsehen und mit den Strukturen am Präparat abgleichen. So wird die Verbindung zwischen makroskopischer Anatomie und klinisch relevanter Bildgebung frühzeitig hergestellt.

Frühzeitige Stärkung klinischer Kompetenzen

Da die Interpretation radiologischer Bildgebung im klinischen Alltag zentral ist, setzt „AnatoVisio“ bereits in der Vorklinik an. Studierende lernen, anatomische Strukturen im CT sicher zu identifizieren und räumlich einzuordnen. „Dies fördert das Verständnis dreidimensionaler Lagebeziehungen und unterstützt eine strukturierte Planung der Präparation“, erläutert Prof. Stefanie Kürten, Direktorin des Anatomischen Instituts am UKB und Mitglied im Transdisziplinären Forschungsbereich (TRA) „Life und Health“ der Universität Bonn. 

Interdisziplinäre Kooperation und Evaluation

Das Projekt basiert auf der engen Zusammenarbeit von Anatomie, Rechtsmedizin und Medizindidaktik. Die Körperspenden werden im Rahmen der vorgeschriebenen zweiten Leichenschau in der Rechtsmedizin routinemäßig untersucht und zusätzlich durch die dort lokalisierte Sektion für Forensische Radiologie per postmortalem CT gescannt; die Datensätze werden datenschutzkonform in einer geschützten DICOM-Umgebung bereitgestellt.

Dr. Maria Hahnemann, Leiterin der Sektion Forensische Radiologie, führt aus: „Tutorinnen und Tutoren werden speziell geschult und begleiten die Studierenden bei der Schnittbild-Interpretation.“ Prof. Tobias Raupach, Direktor des Instituts für Medizindidaktik, fügt hinzu: „Der Lernerfolg wird wissenschaftlich evaluiert und mit klassischen Präparationskursen verglichen.“

„AnatoVisio“ ergänzt die bewährte Präparationslehre gezielt durch moderne Bildgebung und stärkt so die Verzahnung von Vorklinik und Klinik am UKB.

Bildmaterial:

Bildunterschrift (v. l.): Das Team hinter „AnatoVisio“: Prof. Daniel Wittschieber, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin, Dr. Maria Hahnemann, Leiterin der Sektion Forensische Radiologie, Prof. Stefanie Kürten, Direktorin des Anatomischen Instituts, und Prof. Tobias Raupach, Direktor des Instituts für Medizindidaktik.

Bildnachweis: Universitätsklinikum Bonn / R. Müller

Pressekontakt:
Daria Siverina
Stellv. Pressesprecherin
Stabsstelle Public Relations and Corporate Communication am Universitätsklinikum Bonn
Telefon: (+49) 228 287-14416
E-Mail: daria.siverina@ukbonn.de

Zum Universitätsklinikum Bonn: Als eines der leistungsstärksten Universitätsklinika Deutschlands verbindet das UKB Höchstleistungen in Medizin und Forschung mit exzellenter Lehre. Jährlich werden am UKB über eine halbe Million Patienten ambulant und stationär versorgt. Hier studieren rund 3.500 Menschen Medizin und Zahnmedizin, zudem werden jährlich über 600 Personen in Gesundheitsberufen ausgebildet. Mit rund 9.900 Beschäftigten ist das UKB der drittgrößte Arbeitgeber in der Region Bonn/Rhein-Sieg. In der Focus-Klinikliste belegt das UKB Platz 1 unter den Universitätsklinika in NRW und weist unter den Universitätsklinika bundesweit den zweithöchsten Case-Mix-Index (Fallschweregrad) auf. 2024 konnte das UKB knapp 100 Mio. € an Drittmitteln für Forschung, Entwicklung und Lehre einwerben. Das F.A.Z.-Institut zeichnete das UKB im vierten Jahr in Folge als „Deutschlands Ausbildungs-Champion“ und „Deutschlands begehrtesten Arbeitgeber“ aus. Aktuelle Zahlen finden Sie im Geschäftsbericht unter: geschaeftsbericht.ukbonn.de.

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