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Universitätsklinikum Bonn erhält neue ECMO-Konsolen

Bonn eines der größten überregionalen ECMO-Zentren

Bonn, 19. Juli 2022 – Das Universitätsklinikum Bonn (UKB) hat zwei neue ECMO-Konsolen zur Behandlung schwerkranker Patientinnen und Patienten erhalten. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS) hatte die Anschaffung über eine Förderung ermöglicht. Das UKB, das überregional zu den größten deutschen ECMO-Zentren gehört, erweitert damit das Angebot des medizinischen Spektrums.

Während eine ECMO-Therapie vor der Corona-Pandemie für die allermeisten Nicht-Mediziner ein Fremdwort war, ist diese Abkürzung für Extrakorporale Membranoxygenierung mittlerweile gut bekannt. Die ECMO-Behandlung wird bei schwerkranken Patientinnen und Patienten bei einem Lungenversagen eingesetzt, bei der eine maschinelle Beatmung nicht mehr ausreichend ist. Mittels der ECMO wird das Blut dieser Patienten außerhalb des Körpers einerseits mit Sauerstoff angereichert, andererseits wird Kohlendioxid daraus entfernt und somit die Funktion der Lunge übernommen

„Als Maximalversorger haben wir schon lange die Möglichkeit, schwerstkranke Patientinnen und Patienten – viele davon mit Lungenversagen – per ECMO zu behandeln. Während der Corona-Pandemie, bei der die infizierten COVID-19 Patienten an der Lunge zum Teil schwer erkranken, wurde diese Art der Behandlung natürlich umso wichtiger“, sagt Dr. Jens-Christian Schewe, Stellvertretender Leiter der Operativen Intensivmedizin am UKB. Die ECMO-Behandlung ist sehr aufwendig für das Behandlungsteam, da die Behandlung eine hohe fachliche Expertise erfordert und der Pflegeaufwand durch die großen Gefäßzugänge der Schwerkranken, über die das Blut während der Therapie aus dem Körper raus- und wiederreinfließt, sehr hoch ist.

„Unsere Intensivmedizinerinnen und –mediziner und unsere Intensiv-Pflegefachkräfte sind bei der Behandlung der vielen schwerkranken Patientinnen und Patienten während der Corona-Pandemie noch mehr gefordert als ohnehin schon. Sie kümmern sich unermüdlich um das Wohl der Erkrankten und dafür sind wir mehr als dankbar“, sagt Prof. Wolfgang Holzgreve, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der UKB. Mehr als einhundert COVID-19 Patientinnen und –Patienten wurden auf den Intensivstationen der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin am UKB seit dem Beginn der Pandemie mit dieser speziellen ECMO-Therapieoption behandelt. Mehr als die Hälfte dieser Patientinnen und Patienten, die ohne die ECMO-Behandlung nicht überlebt hätten, konnten die kritische gesundheitliche Situation der COVID-19 Infektion überwinden und sich im Laufe der Zeit davon erholen.

Da es medizinisch sinnvoll ist, diese Therapieoption ausschließlich an spezialisierten Zentren durchzuführen, die über eine ausreichende Expertise und Fallzahl verfügen, kann die Sektion Operative Intensivmedizin nun insgesamt 13 derartige Therapieoptionen für schwerkranke Intensivpatienten bei Lungenversagen anbieten. Damit ist das UKB eines von Deutschlands führenden ARDS/ECMO-Zentren. Da auch diese hohen Kapazitäten infolge der Corona-Pandemie stark ausgelastet waren, hat das MAGS die Anschaffung zweier weiterer ECMO-Konsolen mit einer Förderung von 200.000 Euro unterstützt. „Dies ist folgerichtig, da die Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin als eines der wenigen Zentren in Deutschland bereits seit mehr als 15 Jahren über ein mobiles ARDS/ECMO-Team verfügt, das Patientinnen und Patienten mit Lungen- oder Herzversagen per Hubschrauber oder Rettungswagen 24/7 aus anderen Kliniken abholt, und bereits vor dem Transport ans UKB mit der ECMO-Behandlung versorgen kann“, so Dr. Schewe.

Bildmaterial:

Bildunterschrift: Dr. Jens-Christian Schewe, Stellvertretender Leiter der Sektion Operative Intensivmedizin am UKB, und PD Dr. Stefan Kreyer, ECMO-Beauftragter, mit einer der neuen ECMO-Konsolen.

Bildnachweis: Universitätsklinikum Bonn/J.F. Saba

Pressekontakt:

Viola Röser
Pressesprecherin am Universitätsklinikum Bonn (UKB)
Tel.: 0228 287-10469
E-Mail: viola.roeser@ukbonn.de

Zum Universitätsklinikum Bonn: Im UKB werden pro Jahr über 400.000 Patient*innen betreut, es sind 8.300 Mitarbeiter*innen beschäftigt und die Bilanzsumme beträgt 1,3 Mrd. Euro. Neben den über 3.300 Medizin- und Zahnmedizin-Studierenden werden pro Jahr rund 600 junge Menschen in anderen Gesundheitsberufen ausgebildet. Das UKB steht im Wissenschafts-Ranking auf Platz 1 unter den Universitätsklinika (UK) in NRW, weist den dritthöchsten Case Mix Index (Fallschweregrad) in Deutschland auf und hatte 2020 als einziges der 35 deutschen Universitätsklinika einen Leistungszuwachs und die einzige positive Jahresbilanz aller Universitätsklinika in NRW.

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