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Was passiert im Gehirn, wenn die Impulskontrolle gestört ist?

Prof. Isabelle Miederer übernimmt neue W2-Professur für Translationale molekulare Bildgebung am UKB

Bonn, 1. Oktober 2026 – Welche Rolle spielen bestimmte Rezeptorsysteme im Gehirn bei Impulsivität und Erkrankungen wie ADHS? Dieser Frage widmet sich Prof. Isabelle Miederer. Sie hat die neu eingerichtete W2-Professur für Translationale molekulare Bildgebung der Universität Bonn übernommen und leitet zugleich die Medizinische Physik an der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Bonn (UKB). Am UKB wird sie eine Forschungsgruppe aufbauen und die Neurorezeptor-Bildgebung mittels Positronen-Emissions-Tomographie, kurz PET, etablieren.

Mithilfe der PET lassen sich Vorgänge untersuchen, die auf herkömmlichen Aufnahmen des Gehirns nicht sichtbar sind. Dafür werden radioaktiv markierte Substanzen eingesetzt, sogenannte Tracer. Sie können an bestimmte Rezeptoren binden – Bindungsstellen an Zellen, über die Signale aufgenommen werden. Die von den Tracern ausgesendete Strahlung wird gemessen und bildlich dargestellt. Am UKB möchte Prof. Miederer verschiedene Tracer etablieren, um unterschiedliche Rezeptorsysteme im Gehirn zu erforschen.

Ihr besonderes Interesse gilt dem Endocannabinoid-System und dem dopaminergen System. Beide sind an zahlreichen körperlichen und psychischen Funktionen beteiligt. Prof. Miederer möchte herausfinden, wie diese Systeme mit Impulsivität zusammenhängen und welche Rolle ihr Zusammenspiel bei ADHS und anderen Erkrankungen mit beeinträchtigter Impulskontrolle spielt.

„Wir wollen die molekularen Vorgänge besser verstehen, die solchen Erkrankungen zugrunde liegen. Dafür müssen wir auch untersuchen, wie verschiedene Rezeptorsysteme zusammenwirken“, sagt Prof. Miederer.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Auswertung der PET-Daten: Dabei interessiert sie nicht nur, wo sich ein Tracer anreichert, sondern auch, wie er sich im zeitlichen Verlauf verteilt und an Rezeptoren bindet. Um diese Abläufe genauer zu beschreiben, entwickelt sie Verfahren zur sogenannten tracerkinetischen Modellierung. Bei der Auswertung will sie auch Künstliche Intelligenz einsetzen. 

Neuer Forschungsschwerpunkt am UKB 

Mit der W2-Professur erweitert die Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin ihre Forschung an der Schnittstelle von molekularer Bildgebung, Neurowissenschaften und Datenanalyse. Die Professur soll auch die Zusammenarbeit mit neurowissenschaftlichen Forschungsgruppen am Standort Bonn stärken.

„Mit Prof. Miederer gewinnen wir eine ausgewiesene Expertin für die Neurorezeptor-Bildgebung und die quantitative Auswertung von PET-Daten. Der neue Forschungsschwerpunkt ergänzt das wissenschaftliche Profil unserer Klinik und schafft weitere Anknüpfungspunkte für die interdisziplinäre Zusammenarbeit am Standort Bonn“, sagt Prof. Markus Essler, Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin am UKB.

Prof. Miederer kommt von der Universitätsmedizin Mainz, wo sie viele Jahre wissenschaftlich an der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin tätig war. Dort beschäftigte sie sich unter anderem mit präklinischer und klinischer Bildgebung sowie der Erforschung von Neurorezeptoren. 2019 habilitierte sie sich im Fach Experimentelle Nuklearmedizin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sie ist zudem Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin. 

Bildmaterial:

Bildunterschrift: Prof. Isabelle Miederer hat neue W2-Professur für Translationale molekulare Bildgebung am UKB angetreten.

Bildnachweis: Universitätsklinikum Bonn (UKB) / Aljoscha Haupt 

Pressekontakt:
Jana Schäfer
Stellvertretende Pressesprecherin am Universitätsklinikum Bonn (UKB)
Stabsstelle Public Relations and Corporate Communication
Telefon: (+49) 228 287-19891
E-Mail: jana.schaefer2@ukbonn.de

Zum Universitätsklinikum Bonn: Als eines der leistungsstärksten Universitätsklinika Deutschlands verbindet das UKB Höchstleistungen in Medizin und Forschung mit exzellenter Lehre. Jährlich werden am UKB über eine halbe Million Patienten ambulant und stationär versorgt. Hier studieren rund 3.500 Menschen Medizin und Zahnmedizin, zudem werden jährlich über 600 Personen in Gesundheitsberufen ausgebildet. Mit rund 10.600 Beschäftigten ist das UKB der drittgrößte Arbeitgeber in der Region Bonn/Rhein-Sieg. In der Focus-Klinikliste belegt das UKB Platz 1 unter den Universitätsklinika in NRW und weist im ersten Halbjahr 2026 unter den Universitätsklinika bundesweit den höchsten Case-Mix-Index (Fallschweregrad) auf. 2025 konnte das UKB knapp 100 Mio. € an Drittmitteln für Forschung, Transfer und Lehre einwerben. Das F.A.Z.-Institut zeichnete das UKB das fünfte Jahr in Folge als „Deutschlands Ausbildungs-Champion“ und „Deutschlands begehrtesten Arbeitgeber“ aus. Aktuelle Zahlen finden Sie im Geschäftsbericht unter: geschaeftsbericht.ukbonn.de

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